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Orangerie

Die barocke Orangerie, am nördlichen Ende der Karlsaue gelegen, wurde 1703 bis 1711 von Johann Conrad Giesler als Sommerresidenz der Landgrafen von Hessen-Kassel nach französischem Vorbild erbaut. 1722 wurden das Marmorbad als ein separates Gebäude an der Westseite und 1765 der „Küchenpavillon“ von Simon Louis du Ry an der Ostseite hinzugefügt. Die Orangerie war als Wintergarten konzipiert, der nicht heimischen Pflanzen wie etwa Orangen- und Zitronenbäume sowie Palmen in Form von Kübelpflanzungen Schutz bieten sollte. In den Eckpavillons waren Wohnräume eingerichtet. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage auch für Ausstellungen genutzt. Während der Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs wurde die Orangerie schwer beschädigt und bis auf die Außenmauern zerstört. 1955 fand in der Orangerie die Bundesgartenschau statt und 1959 nutzte Arnold Bode die Ruine als Ausstellungsraum für einen Skulpturenpark im Rahmen der documenta 2. Auch die documenta, 3, 4, 6, 7, 8 und 11 nutzen die Orangerie. 1992 wurde sie renoviert und heute befindet sich dort das Museum für Astronomie und Technikgeschichte, mit dem Astronomisch-Physikalischen Kabinett und einem Planetarium. Die ständige Ausstellung umfasst Meilensteine der Wissenschafts- und Technikentwicklung aus Kassels Vergangenheit: frühe astronomische Messgeräte, physikalische Experimentalanordnungen und -gerätschaften (so zum Beispiel zum Nachweis des Vakuums durch Otto von Guericke), Teleskope, Himmelsgloben, astronomische und andere Uhren sowie Rechenmaschinen aus dem Jahr 1623 bis hin zu Konrad Zuses Z11, dem ersten Computer der Zuse AG der in Serie ging.

Foto: Nils Klinger

ADRESSE /
An der Karlsaue 20C
34117 Kassel

tram /
Linien 1, 3, 4, 5, 6, 8 and RT4, RT5
Haltestelle: Friedrichsplatz

http://d13.documenta.de/de/orte/orte/orangerie/
01-12-2021