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Alexander (Sasha) Tarakhovsky wurde 1955 in der ehemals sowjetischen Stadt Czernowitz geboren. Sein Vater war Universitätsprofessor, seine Mutter Lehrerin. Beide verließen ihre Heimat Kiew in Richtung Czernowitz, um den antisemitischen Hetzkampagnen zu entkommen, die die politischen Zentren des Landes in den frühen 1950er Jahren erschütterten. Mitte der 1960er gingen die Eltern zurück nach Kiew, wo Tarakhovsky seine schulische Laufbahn beendete. Er absolvierte eine akademische Ausbildung im Bereich Medizin und begann seine Karriere als Wissenschaftler am Institute for Cancer Research, einem Ableger der Ukrainian Academy of Science. 1990 erhielt er ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt Stiftung und ging nach Deutschland.

An der Universität Köln leitete er zunächst eine Junior Group, ehe er Professor am Institut für Genetik wurde. Im Jahr 2000 ging er nach New York, um Mitglied an der Fakultät der Rockefeller University zu werden, und arbeitet dort zurzeit als Professor und Laborleiter. Sein Hauptaugenmerk liegt heute auf dem Bereich Epigenetik, ein Zweig der Biowissenschaften, der sich mit den Mechanismen der Entstehung und Weitergabe von neu erworbenen Eigenschaften beschäftigt. Tarakhovskys Arbeit, sowie die Epigenetik im Allgemeinen, ermöglichen ein besseres Verständnis unserer eigenen Identität, da sie zeigen, in wie fern die unterschiedlichen Formen der Erziehung und Bildung uns auf genetischer Ebene prägen und das Schicksal individueller Zellen und Organismen bestimmen.

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http://d13.documenta.de/de/teilnehmer/teilnehmer/alexander-sasha-tarakhovsky/
05-12-2022